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Jahresbilanz 2010 der Verbraucherzentrale: Immer mehr Täuschungen und Betrügereien

Falsche Gewinnversprechen, teure Kaffeefahrten, Abzocke im Internet: Die Verbraucherzentrale des Saarlandes hat im vergangenen Jahr wieder tausende Saarländer beraten und vor üblen Fallstricken gewarnt.

Von SZ-Redakteur Johannes Schleuning

Lupe

Die Verbraucherzentrale hilft, Bürger vor Abzocke und Betrügereinen etwa im Internet zu schützen. dpa (Symbolbild)


Saarbrücken. „Es ist nicht unhöflich, den Telefonhörer während des Gespräches aufzulegen“, heißt es bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Empfohlen wird das allerdings nur bei unerwünschten Werbeanrufen, die ohne vorherige Einverständniserklärung gesetzlich verboten sind. Anrufe wie diese, Betrügereien und Täuschungen im Internet, auf Kaffeefahrten oder bei Gewinnspielen waren im vergangenen Jahr die häufigsten Gründe für Beratungen, wie die Verbraucherzentrale gestern auf einer Pressekonferenz zu ihrem Jahresbericht 2010 bekannt gab. Insgesamt verzeichnete die Einrichtung rund 75 000 Beratungsgespräche. Um wie viel Geld die Saarländer im vorigen Jahr insgesamt geprellt worden sind, kann Geschäftsführer Jürgen Zimper wegen „der hohen Dunkelziffer“ nur schätzen: „Es dürften wohl mehrere Millionen Euro gewesen sein.“

Und die Abzocke nimmt zu. „Die Anzahl und die Vielfalt der Methoden steigen von Jahr zu Jahr“, sagt Heike Linster von der Verbraucherzentrale. Verantwortlich dafür sei „eine zunehmend digitalisierte Welt“ – und hier insbesondere das Internet. Wer beispielsweise eine kostenlose Software aus dem Netz herunterladen will, gerate nicht selten auf eine Internetseite, die dafür Geld verlangt.

Betrug als Wirtschaftszweig

Die Abzocke als solche ist heute ein eigener Wirtschaftszweig“, sagt Linster. Das betreffe ebenso Telefonwerbe-Firmen als auch Kaffeefahrt- und Gewinnspiel-Anbieter.  Berüchtigt sei hier unter anderem das sogenannte Wiener Karussell: rund 100 illegale Gewinnspiel-Firmen, die untereinander Kundendaten austauschen.

Rund 1,3 Millionen Euro standen der Verbraucherzentrale Saarland im vorigen Jahr zur Verfügung, um ihre Aufgaben wahrzunehmen. Üppig ist das nicht, wie Vorstandsvorsitzender Wolfgang Krause sagt. „Insbesondere für die Beratung im Telekommunikationsbereich wird man in den nächsten Jahren mehr Geld brauchen, weil das juristisch ein oft schwieriges Feld ist. Vor diesem Hintergrund macht mir die von der Landesregierung beschlossene Schuldenbremse schon Sorgen. Da wird viel eingespart werden“, sagt Krause.

Ein Lichtblick dürfte dagegen die neue Internetseite „lebensmittelklarheit.de“ sein, die ab Mitte Juli verfügbar sein soll. Auf der vom Bundesverbraucherschutzministerium initiierten Seite sollen Bürger Produkte eintragen können, durch die sie sich getäuscht fühlen.

Beitrag vom: 21.06.2011, 20:04

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Ein Kommentar zu “Immer mehr Täuschungen und Betrügereien

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